Warum die Vorbereitung über die Qualität der Lackierung entscheidet
Eine gute Lackierung beginnt lange vor dem ersten Farbnebel. Damit ein Lack dauerhaft hält, braucht die Oberfläche eine feine, gleichmäßige Struktur, in der sich die Beschichtung mechanisch verankert. Ist eine Oberfläche zu glatt oder ungleichmäßig angeschliffen, drohen Haftungsfehler, Ablösungen und Korrosion – oft erst Wochen später beim Kunden.
Gerade bei aufwendigen Bauteilen aus PUR, Carbon oder faserverstärkten Kunststoffen ist dieser Schritt anspruchsvoll: komplexe Geometrien, Kanten und Wölbungen müssen gleichmäßig angeraut werden, ohne das Material zu verletzen.
Handschliff: gründlich, aber schwer reproduzierbar
Klassisch wird von Hand angeschliffen. Das funktioniert – hängt aber stark von Person, Anpressdruck und Tagesform ab. Die Folgen: ungleichmäßige Ergebnisse, sichtbare Schleifspuren, hoher Zeitaufwand und eine körperlich belastende, monotone Tätigkeit. Bei filigranen oder großflächigen Bauteilen ist gleichmäßiger Handschliff kaum sicherzustellen.
Der Cartec BigBoxBlower: standardisiertes Mattieren im Wirbelstrom-Verfahren
Deshalb bereiten wir Oberflächen mit dem Cartec BigBoxBlower vor. Das patentierte Wirbelstrom-Rotationsverfahren führt mikrofeine Mattierungspartikel mit Druckluft rotierend – wie ein kleiner Tornado – über die Oberfläche. Es wird nicht gestrahlt: Die Lack- bzw. Materialoberfläche wird nur fein und absolut gleichmäßig angeraut.
Was das Verfahren auszeichnet
- Kein Sandstrahlen: schonendes Anrauen statt abrasivem Strahlmittel
- Gleichmäßiges Ergebnis: entspricht einem Exzenterschliff der Körnung 400 – ohne ungleichmäßige Schleifspuren
- Deutlich schneller: ein Stoßfänger ist in rund 5 statt 40 Minuten mattiert
- Bessere Lackhaftung und besserer Korrosionsschutz der Folgebeschichtung
- Breite Materialbandbreite: Kunststoff, Metall und faserverstärkte Verbundwerkstoffe wie Carbon
- Entlastet die Mitarbeiter: weniger monotone, körperlich schwere Handarbeit
Handschliff vs. BigBoxBlower im Vergleich
| Kriterium | Handschliff | BigBoxBlower |
|---|---|---|
| Gleichmäßigkeit | personenabhängig | gleichmäßig (Körnung 400) |
| Reproduzierbarkeit | schwankend | standardisiert, wiederholbar |
| Zeit pro Bauteil | hoch (Bsp. ~40 Min) | gering (Bsp. ~5 Min) |
| Schleifspuren | möglich | vermieden |
| Belastung Mitarbeiter | hoch | gering |
| Materialien | alle, aber aufwändig | Kunststoff, Metall, Carbon |

Was das für die Lackqualität bedeutet
- Gleichmäßiger Haftgrund → weniger Haftungsfehler und Reklamationen
- Reproduzierbarkeit → stabile Qualität über die gesamte Serie, nicht nur am Einzelteil
- Feineres Finish → bessere Ausgangsbasis für Class-A-Oberflächen
- Besserer Korrosionsschutz durch dauerhaften Haftverbund

Standardisiert und doch flexibel
Wir setzen das Verfahren gezielt dort ein, wo Standardisierung die Qualität sichert – bei aufwendigen Bauteilen aus PUR und Carbon. Es ersetzt den variabelsten Arbeitsschritt und ergänzt unsere Handarbeit, statt sie zu verdrängen. Das passt zu unserem Anspruch: jede Oberfläche von Hand oder vollautomatisch – aber immer mit reproduzierbarer Qualität.
Die Oberflächenvorbereitung ist dabei nur der erste Schritt unserer Qualitätskette. Womit wir das Ergebnis anschließend messbar machen, zeigen wir im Beitrag Digitalmikroskop im Lacklabor.
Häufige Fragen zur Oberflächenvorbereitung
Warum muss eine Oberfläche vor dem Lackieren angeschliffen werden?
Das Anrauen erzeugt eine feine Mikrostruktur, in der sich der Lack mechanisch verankert. Ohne diesen Haftgrund haftet die Beschichtung schlechter – es drohen Ablösungen und Korrosion.
Was ist der Unterschied zwischen Sandstrahlen und dem BigBoxBlower?
Beim Sandstrahlen trifft abrasives Strahlmittel mit hoher Energie auf die Oberfläche. Der BigBoxBlower nutzt stattdessen ein Wirbelstrom-Rotationsverfahren mit mikrofeinen Mattierungspartikeln – die Oberfläche wird nur fein und gleichmäßig angeraut, nicht gestrahlt.
Welche Materialien lassen sich so vorbereiten?
Kunststoffe, PUR, Metalle und faserverstärkte Verbundwerkstoffe wie Carbon. Damit eignet sich das Verfahren besonders für die anspruchsvollen Bauteile, die wir für die Automobilindustrie veredeln.
Wie viel Zeit spart das gegenüber Handschliff?
Deutlich: Als Referenz nennt der Hersteller rund 5 statt 40 Minuten je Bauteil bei gleichmäßigem Ergebnis in Körnung 400. Der entscheidende Vorteil ist neben der Zeit die gleichbleibende, reproduzierbare Qualität.
Verbessert das die Lackhaftung wirklich?
Ja. Ein gleichmäßig angerauter Haftgrund führt zu einem stabileren Haftverbund und damit zu besserer Lackhaftung und besserem Korrosionsschutz der Folgebeschichtung.
Über EINHAUS Oberflächenveredelung GmbH: Seit 1983 Spezialist für Nasslackierung und Oberflächenveredelung in Bingen am Rhein. Wir beschichten Kunststoff- und Metallbauteile für die Automobilindustrie – von Hand oder vollautomatisch, von der Kleinserie bis zur Großserie. Zertifiziert nach IATF 16949, ISO 9001 und ISO 14001.
Fragen zur Oberflächenvorbereitung für Ihr Bauteil? Mehr zu unserer Veredelung oder kontaktieren Sie uns – Telefon +49 6721 96 93-0.